Kreuzfahrtrevue - Das Reisemagazin für den Urlaub auf See

Noch haben erst zwei Prozent der Schweizer eine Kreuzfahrt gemacht

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Kreuzfahrten boomen. Doch das Potenzial ist längst nicht abgeschöpft. Das sind die Erwartungen wichtiger Branchenplayer für 2018.

Die Kreuzfahrtbranche befindet sich weiterhin im Hoch. Rekordzahlen und Meldungen über neue Schiffe mit immer ausgefalleneren Bordattraktionen jagen sich. Auch bei den beiden grossen europäischen «Playern» MSC Kreuzfahrten und Costa/AIDA sind die Erwartungen hoch: MSC steigert die Kapazität weiter, da ja im Juni die MSC Seaview zur Flotte stösst, das insgesamt 15. Schiff der MSC-Flotte. Sylvie Boulant (Country Manager, MSC Kreuzfahrten, Bild rechts) erwartet deshalb « ein fantastisches Wachstumsjahr für MSC Kreuzfahrten in der Schweiz».

Auch bei Costa/AIDA erhofft man sich einiges: Dominika Lange (Director Sales & Marketing Costa&AIDA Cruises/Geschäftsführung Schweiz, Bild links) ist überzeugt, 2018 neue Gäste gewinnen und die Position beider Markt im Schweizer Markt weiter stärken zu können. Sie stützt sich bei ihrer Prognose auf mehrere Marktereignisse: So wird Costa 2018 den 70. Geburtstag feiern, mit zugeschnittenen Marketingaktionen und Programmen an Bord der Schiffe. Darüber hinaus werden bei Costa ab dem 1. April 2018 Kinder unter 18 Jahren in der Kabine mit zwei Erwachsenen kostenlos reisen. Und die Costa Victoria kehrt von Asien nach Europa zurück und stärkt somit den europäischen Markt. Bei AIDA wird überdies im Herbst 2018 die AIDAnova getauft – das allererste Kreuzfahrtschiff, das ausschliesslich mit umweltfreundlichem Flüssigerdgas (LNG) angetrieben ist. Die AIDAnova wird nach einem kurzen Besuch in Hamburg ab Dezember 2018 Kreuzfahrten nach Madeira und zur Inselwelt der Kanaren anbieten.

IT und Neukundenakquisition als grösste Herausforderungen

Trotz der Erfolgswelle sind Kreuzfahrtbuchungen noch lange kein «Selbstläufer». Dazu Boulant: «Gemeinsam mit unseren Vertriebspartnern haben wir die Herausforderung, den klassischen Badeferiengast auch mal für Kreuzfahrten zu begeistern und von dieser Reiseart zu überzeugen. Preislich können wir hier, besonders bei Familien, punkten. Denn obwohl Kreuzfahrten weiterhin stark im Trend sind, sind noch grössere Steigerungen möglich.» Dass an viel vorhandenes Potenzial geglaubt wird, beweisen die rund 10 Milliarden Schweizer Franken Investition von MSC, um bis 2026 zehn zusätzliche Schiffe zu bauen, wodurch die Kapazität mehr als verdreifacht wird.

Auch Lange sieht die Neukundenakquisition als wesentliche Herausforderung: «Gemäss dem Weltverband der Kreuzfahrtindustrie haben immer noch erst rund zwei Prozent der Schweizer Bevölkerung eine Kreuzfahrt gebucht. Wir sehen deshalb weiterhin ein grosses Wachstumspotential hierzulande. Hier gilt es unter anderem, die in der Bevölkerung stets vorhandenen Vorurteile gegenüber Kreuzfahrten abzubauen.» Kreuzfahrten seien komplexe und beratungsintensive Produkte. Es sei wichtig, dass der Kunde die für ihn richtige Route zur richtigen Saison sowie das richtige Schiff wählt. «Wir setzen deshalb auf eine intensive Beratung der Reisebüros und werden mit der neuen Key Account Managerin diesen Bereich weiterhin pflegen und stärken, um Costa Kreuzfahrten und AIDA Cruises noch besser im Schweizer Markt zu etablieren», so Lange.

Für Boulant ist überdies noch die IT ein zentrales Thema: «Das MSC Book ist ein sehr wichtiges Tool und wir verbessern es fortlaufend, um unseren Vertriebspartnern eine optimale Buchungs-, und Informationsplattform zur Verfügung zu stellen. Auch die ‚MSC for me‘ App an Bord wird optimiert und soll bald auch auf den kleineren MSC-Schiffen verfügbar sein.»

Nordeuropa auch bei Kreuzfahrten im Trend

Hinsichtlich der Trendziele sprechen beide Cruise-Expertinnen zuallererst von Nordeuropa. «MSC Kreuzfahrten wird dort in der nächsten Saison mit insgesamt vier Schiffen, also einem mehr als im Vorjahr, präsent sein», sagt Boulant, «unser neues Flaggschiff MSC Meraviglia wird ab Ende April 2018 von Hamburg aus in See stechen.» Lange ihrerseits erwähnt das Produkt Costa-Produkt «Fly & Cruise Nordeuropa» - vom 1. Juni bis zum 31. August 2018 fliegt Costa Kreuzfahrten wöchentlich nonstop mit Helvetic Airways von Zürich nach Warnemünde; von dort startet die Costa Favolosa zur 7-tägigen Kreuzfahrt durch norwegische Fjorde. Sie erwähnt zudem, dass mit den drei AIDA-Schiffen AIDAaura, AIDAcara und AIDAvita auch kleine Häfen angesteuert werden, beispielsweise auf den norwegischen Lofoten-Inseln.

Natürlich bleibt das Kerngeschäft bei beiden Reedereien vor allem das Mittelmeer. Die generell hohe Nachfrage sowohl für das westliche als auch für das östliche Mittelmeer kommt auch den Kreuzfahrtgesellschaften zugute. Lange erwähnt indes auch noch einen starken Anstieg der Nachfrage für Asien-Kreuzfahrten – etwa für eine 10-tägige Japan-Kreuzfahrt an Bord der Costa neoRomantica oder für neue AIDA-Kreuzfahrten ab Singapur zu den Philippinen, nach Vietnam und Hongkong. Last but not least: Am 8. Oktober 2018 geht es mit AIDAaura bis zum 2. Februar 2019 in 117 Tagen zu 41 Häfen in 20 Ländern auf vier Kontinenten – die zweite Weltreise von AIDA Cruises. Auch dafür sei bereits Nachfrage vorhanden.



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