Kreuzfahrt Update 2020 − Emissionsregulierungen, Umweltschutzzonen und mehr – Meravando informiert über neue Regularien für Kreuzfahrtschiffe

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Foto: Credit_Alonso Reyes_Unsplash
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Köln, Februar 2020 (w&p) – Kreuzfahrt-Update 2020: Ab dem 1. März müssen Kreuzfahrt-, Fracht- und Containerschiffe weltweit entweder mit einer Filteranlage ausgerüstet sein, oder dürfen nur noch teureren, schwefelarmen Treibstoff einsetzen. Diese Regelung ergänzt den seit 1. Januar 2020 gültigen „Sulfur Cap“, der den Schwefelanteil im Treibstoff auf 0,5 anstatt bisher 3,5 Prozent begrenzt. Ziel ist es, die Emissionen auf hoher See ebenso zu begrenzen wie in küstennahen Gebieten. Kreuzfahrt-Experte Thomas Tibroni von Meravando, dem Spezialisten für klimaneutrale Kreuzfahrten, informiert über weitere Emissionsregulierungen und bestehende Umweltschutzzonen, die die Klimabelastung durch Kreuzfahrtschiffe begrenzen.

Strenge Auflagen: Island machts vor

Noch einen Schritt weiter geht Island mit der seit 1. Januar 2020 gültigen Emissionsregulierung. Der nordeuropäische Inselstaat ist beliebtes Ziel der Kreuzfahrtreedereien und wird von zahlreichen Schiffen angesteuert. Seit Beginn dieses Jahres hat das Land den Einsatz von Schweröl ohne entsprechende Schwefeloxidfilter in seinen Hoheitsgewässern verboten. Innerhalb der Zwölfmeilen Zone um Island gilt nun eine Schwefel-Höchstgrenze von 0,1 Prozent. Damit können in isländischen Gewässern nur noch Schiffe mit umweltfreundlicheren Antrieben wie Marinediesel, Marinegas oder mit Abgasfiltern ausgerüstete Schiffe fahren.

Schutz der Fjorde in Norwegen: Emissionsfrei bis 2026

Auch Norwegen schränkt den CO2-Ausstoß durch Kreuzfahrtschiffe schrittweise ein. Die Fjorde, die zum UNESCO Weltnaturerbe gehören, werden mit einer Reihe von Bestimmungen stärker geschützt. Dazu gehört, dass Schiffe in den Fjordgewässern kein Abwasser ablassen und an Bord keinen Abfall verbrennen dürfen. Ab 2026 dürfen nur noch emissionsfreie Schiffe die Fjorde befahren, bis dahin müssen sich die Reedereien an die geltenden Emissionsreglungen halten und sich den neuesten umwelttechnischen Errungenschaften anpassen.

Sonderschutzzone Antarktis

Bereits seit einigen Jahren gelten in der Antarktis besondere Umweltschutzvorschriften, die das fragile Ökosystem schützen sollen. So wurde Schweröl komplett als Antrieb für Antarktis-Routen verbannt, auch das Mitführen von Schweröl in Zusatztanks ist nicht erlaubt. Diese Regelung ist für alle Routen südlich des 60. Breitengrades verbindlich und führte dazu, dass derzeit hauptsächlich kleinere Expeditionsschiffe in die Region fahren, während große Kreuzfahrtschiffe die Antarktis meiden.

China verschärft Umweltregeln der Küsten- und Binnengewässer

Auch China, ein Land, das besonders mit Luftverschmutzung und Müllproblemen kämpft, hat seine Umweltregeln für den Schiffsverkehr verschärft. Bereits seit 2019 wurde der Schwefelanteil im Treibstoff auf 0,5 Prozent beschränkt. Seit 2020 hat das Land diesen Anteil auf dem Jangtse Fluss und dem Hauptstrom des Pearl Rivers auf 0,1 Prozent reduziert. 2022 soll dieser Wert auch im Bereich der Insel Hainan eingeführt werden. Eine weitere Maßnahme Pekings gegen Schwefel-Emissionen ist die verpflichtende Nutzung von Landstrom für alle Schiffe, die mehr als drei Stunden in den ausgewiesenen Schutzgebieten vor Anker liegen.

Verpflichtung zum Landstrom? USA als Vorreiter

Immer wieder in der Diskussion steht die Verpflichtung zum Landstromanschluss in europäischen Häfen. Auch Deutschland sieht die Vorteile des Landstromanschlusses und möchte mehr Anreize für Häfen schaffen, solche Anlagen zu bauen. Dazu sollen bis zu 140 Millionen Euro Fördergelder freigesetzt werden. Bisher verfügt nur Hamburg-Altona über einen Landstromanschluss. Vorreiter in Sachen Landstrom sind die USA. Denn in vielen Häfen ist die Nutzung von Landstrom Pflicht, so zum Beispiel in Kalifornien. Die Häfen von Juneau, Seattle und Vancouver verfügen bereits seit mehr als zehn Jahren über Landstromanlagen.

Strenge Bestimmungen in ECA Gebieten und EU-Häfen

Zu den sogenannten Emission Control Areas (ECAs) gehören Gebiete, die durch die Internationale Seefahrt-Organisation definiert und durch strenge Grenzwerte geschützt werden. Dazu gehören auch die Ost- und Nordsee, die nordamerikanischen Küsten vor Kanada und den USA, sowie die Küstengewässer rund um Puerto Rico und die U.S. Virgin Islands. Hier gelten bereits seit 2015 mit einem Richtwert von 0,1 Prozent besonders strenge Bestimmungen für den Schwefelanteil im Treibstoff. Auch die Häfen der Europäischen Union haben sich diesem Grenzwert angeschlossen.

Über Meravando

Klimaneutral auf Kreuzfahrt

Meravando denkt Tourismus neu und vereint Kreuzfahrt mit Klimaschutz. Am Standort Köln arbeitet das Team, bestehend aus Thomas Tibroni, Jörn Michelsen und Fabian Siegberg seit 2019 mit unbändiger Entschlossenheit an seiner Mission, Kreuzfahrten nachhaltig zu gestalten. Im Vordergrund steht dabei das Bedürfnis, ein Umdenken im Kreuzfahrttourismus zu bewirken und gleichzeitig dazu beizutragen, den weltweiten CO2-Ausstoß zu senken. Die über das unabhängige Portal gebuchten Reisen werden in Zusammenarbeit mit der Umweltschutzorganisation myclimate kompensiert und kommen einem Klimaschutzprojekt in Kenia zugute.

Die Gründer sind aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung in den Bereichen Unternehmensentwicklung und E-Business sowie der Zusammenarbeit in anderen Geschäftszweigen ein eingespieltes Team. Mit dem externen Kreuzfahrt-Spezialisten e-hoi.de an ihrer Seite vereinen sie Expertise zum Thema Klimakompensation auf Basis verlässlicher Daten rund um die Schiffsreise.